2. Etappe: Indonesien – Lombok (Tag 57)

Hello Mister!

Begegnungen in Mataram 

Von Gili Air fahren wir weiter nach Lombok. Zur Hälfte ist es ein Pflichtbesuch, denn hier in der Hauptstadt Mataram müssen wir unser Visum verlängern. Der erste von drei Besuchen im Einwanderungsbüro „Imigrasi“ geht schnell, zum Mittagessen gehen wir in eine kleine Straßenküche. Die Köchin hier spricht kein Englisch, ein vorbeikommender Polizist hilft aus. Ich bin perplex, er spricht sogar ein bisschen Deutsch. Nach dem Essen stehen plötzlich noch Freunde unserer Köchin neben uns und bitten uns um Fotos. Wir sind überrascht, aber natürlich tun wir den Einheimischen diesen Gefallen. Wir werden herzlich umarmt und bekommen Komplimente für unsere Schönheit. Ich fühle mich etwas veräppelt, denn schließlich kann ich dank schwitzigen 30 Grad und verwuschelten Haaren sicherlich kein Hingucker sein?

Anscheinend sind Harry und ich es doch: Ein wenig später probieren wir an einem Crêpe-Stand einen etwas ungewöhnlichen aber leckeren Schoko-Banane-Käse Crêpe. Am Stand steht eine Gruppe junger Teenie-Mädels. Irgendwann fragt eine aus der Gruppe schüchtern, ob sie ein Foto mit uns machen können? Klar können sie. Unter viel Gekicher werden Handys gezückt und Selfies mit uns gemacht. Auch wenn wir in den drei Wochen hier in Indonesien viel Farbe abbekommen haben kommt unser Hautton natürlich noch lange nicht an den der Indonesier heran. Zudem überrage ich mit meinen 1,76m sämtliche Frauen um mindestens einen Kopf, die Männer sind maximal so groß wie ich. Von Harry mit seinen 1,89m ganz zu schweigen! Vermutlich qualifiziert uns aber allein unsere Hautfarbe zu Supermodels. Personen auf Werbeplakaten haben ausschließlich eine weiße Hautfarbe. Im Gegensatz zu Deutschland und westlichen Ländern gilt helle Haut hier als Schönheitsideal, im Supermarkt kauft man in Südostasien Whitening-Cremes statt Selbstbräuner.

Als wir am Abend durch Matarams Straßen schlendern wird uns von Mofas und sogar von der anderen Straßenseite aus ein „Hello Mister!“ entgegen gerufen. Ständig werden wir angesprochen und gefragt wie wir heißen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Auf unsere Antwort hin „zum Supermarkt“ beschreiben uns die Einheimischen den Weg, den wir gehen müssen, obwohl wir diesen bereits kennen und obwohl wir gar nicht danach gefragt hatten.

Ich bin gerührt über so viel Herzlichkeit und Offenheit der Indonesier gegenüber uns. Es ist schon paradox: Ein Land, dass aufgrund von Kolonialismus und Kriegen der „weißen“ Bevölkerung eigentlich mit Verachtung gegenüberstehen müsste empfängt uns mit offenen Armen. So schäme ich mich fast für Deutschland, wo „Andersfarbige“ bei Weitem nicht mit so viel Freundlichkeit behandelt werden (und die AfD 12,6% der Wählerstimmen erhielt).

Bei all der Freundlichkeit der Indonesier uns gegenüber fragen Harry und ich uns, ob die Indonesier wohl untereinander auch so nett zu einander sind? Wir „Weißen“ sind „die Anderen“ und werden auch so behandelt, auch wenn dies in unserem Fall positiv ausfällt. Diese Privilegien haben einen bitteren Beigeschmack…

Kuba – Supermarkt

Die Kubanischen Supermärkte haben mit unseren nichts gemeinsam. Die Anzahl der verfügbaren Produkte ist gering und beschränkt sich in der Regel auf Softdrinks, Schinken, Käse, Rum und ein paar Konserven wie Mayonnaise, Tomatensoße und ähnliches.
Frisches Obst und Gemüse wird auf einem Markt gekauft, oder von einem fahrenden Händler. Auf den Märkten wird nur eine bestimmte Anzahl an Menschen gelassen, weswegen sich davor eine lange Schlange bildet. Es gibt auch oftmals getrennte Obst und Gemüse Märkte, einen extra Laden für Eier und wieder extra die Bäckerei. Es schien uns fast, als ob eine Person notwendig ist, die jeden Tag das Essen für eine Familie einkauft. Einfach zum Aldi fahren und alles bekommen gibt es auf Kuba (noch) nicht.

Kuba – Wasser

Trinkwasser in Flaschen ist auf Kuba sehr teuer. 1,5 l kosten im Laden 0,70 CUC. Jedoch führt nicht jeder Supermarkt (Mercado) Wasser. Wir haben manchmal 2-3 Supermärkte aufsuchen müssen, bis wir Wasser gefunden haben. Das Leitungswasser auf Kuba ist zwar zum Trinken frei gegeben, jedoch stinkt es dermaßen nach Chlor, dass wir dieses nicht trinken wollten.