Chile – Concón

Zahlen, Daten, Fakten

Anreise:

Von Valparaíso aus mit den Buslinien 602, 605 und 608. Die Busse fahren entlang der Hauptstraße, die parallel zum Meer verläuft. Man wartet etwas weiter östlich vom Hafen und winkt dann einen Bus mit der passenden Nummer heraus.

Wo schlafen wir:

AirBnB: https://abnb.me/10B451wliL tolle Lage! Verhältnismäßig günstig, Kühlschrank und Mikrowelle vorhanden.

Was erleben wir:

Strandfeeling, Surfen für Anfänger

Reisebericht

„Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass ein so klappriger Bus noch so schnell fahren kann“ denke ich, als wir von Valparaiso nach Concón fahren. Die Fahrt dauert gerade mal eine Stunde, per GPS verfolgen wir die Route, damit wir bei dem Tempo nicht verpassen auszusteigen. Als wir in Concón ankommen kommt mir das Städtchen nach dem quirligen Valparaiso zunächst etwas verschlafen vor. Die Straßen an diesem Nachmittag sind ruhig – und versinken im Sand (oder bestehen aus Sand…?) Ausser ein paar Straßenhunden treffen wir kaum auf jemanden. Dafür gleicht die Bedienung im Brasilianischen Restaurant Girafinha die Ruhe der Stadt mit ihrem feurigen Temprament aus. Trotz meinen geringen Spanischkentnissen verstehen wir uns wie alte Freundinnen!
Den Abend verbringen wir am Strand, auch wenn das kühle Wetter nicht gerade zum klassischen Strandfeeling passt. Instinktiv fühle mich an die Nordsee im Frühjahr zurückversetzt. Kühle Salzluft umweht uns, als wir (zwangsläufig in Fleecejacke) ein Tangokonzert am Strand genießen. In der Ferne leuchtet die Skyline von Renaca, der eher gehobenen Nachbarstadt. Zu diesem Flair passt eigentlich nur ein Weisswein, das Trinken von Alkohol auf der Strasse ist in Chile allerdings verboten. Zum Wetter passt der heisse Tee, den wir jetzt trinken, dafür umso besser!


Der nächste Tag beginnt ebenfalls kühl, Harry lässt sich dennoch nicht vom Surfen abhalten. Der Strandabschnitt an der Playa Negra eignet sich perfekt für Surf-Anfänger wie uns, mich schreckt das kalte Atlantikwasser jedoch trotz theoretisch verfügbaren Neoprenanzug zu sehr ab 😉
Nach zwei Stunden winken wir den nächstbesten Bus heran und fahren zum Abschluss des Tages noch schnell zum Rocá Océanica. Riesige Aloevera wachsen auf der sandigen Aussichtsplattform und wir lassen unseren Blick über das ruhige Meer schweifen. Es fühlt sich wie ein Miniaturmarsch durch die Wüste an, als wir auf die Sanddüne neben der Aussichtsplattform kraxeln. Als wir oben ankommen sehen wir in der Ferne die Hochhäuser, unter uns die Stadt und vor uns ein paar Jungs mit Surfboard, das zum Sandboard umfunktioniert wird. Klar, dass sich Harry diese Gelegenheit nicht entgehen lässt ein Board auf ungewohntem Untergrund auszuprobieren!

Blick von der Aussichtsplattform aufs Meer
Sandige Rutschbahn für Kids
Miniatur-Wüste
Sandboarder

Chile – Valparaíso

Zahlen, Daten, Fakten

Anreise:

Von Santiago de Chile, Stadtteil Bellavista: Mit der Metrolinie 1 von der Haltestelle „Baquedano“ nach „Pajaritos“. Hier ist das Busterminal nach Valparaíso. Es gibt mehrere Anbieter, die nach Valparaíso fahren. Auf den Infotafeln in den Schaufenstern der Anbieter steht, welche die Fahrt anbieten.

Wo schlafen wir:

AirBNB bei Nicole: https://abnb.me/8PyVTB96hL 

Was erleben wir:

Streetart bei „Tour 4 Tips“ –> https://tours4tips.com/valparaiso/

Reisebericht

„DA wohnt ihr?!“ Ein Kolumbianer, bei dem wir mittags an seinem Straßenstand auf dem Platz Sotomayor einen Kaffe genießen schaut uns erschrocken an. „Ja, aber ganz unten am Hügel“ ist unsere Antwort, da wir schon wissen worauf er hinauswill. „Ah, zum Glück, ja dort gehts noch“ meint er erleichtert. Angeblich ist nur das Stadtzentrum von Valparaíso sicher, die Gegenden auf den Hügeln sollen insgesamt eher unsicher sein. Die Menschen an den Kassen der kleinen Kioske sind hinter Panzerglas geschützt, Ladenfenster werden abends dreimal abgeschlossen. Als wir bei verschiedenen Leuten nachfragen ob es hier wirklich so gefährlich ist lautet der O-Ton „ihr müsst halt auf eure Taschen aufpassen“. Wenn das alles ist…
Wir verbringen den ersten Tag mit einer Hafenrundfahrt, Churros („Wir kann etwas, dass nur aus Fett und Zucker besteht nur so lecker sein?!“) und einem weiteren Kaffee beim Kolumbianer. Valparaíso ist für seine exzelente Streetart bekannt. Und wirklich, sogar auf dem vorbeifahrenden Müllauto ist ein Gemälde – leider zu schnell für mich und meine Kamera.

frisch gebackene Churros, eine süße Leckerei in Valparaíso
Hafenrundfahrt
entspannte Seehunde auf einer Boje
Ornament-Eule

Am nächsten Tag machen machen wir eine „Tour 4 Tips“. Für diese Tour gibt es keinen festen Preis, jeder gibt dem Guide am Ende so viel, wir er oder sie für richtig hält. In fließendem Englisch werden wir von unserem Guide quer durch Vaplaraiso, von deren Bewohnern liebevoll Valpo genannt, geführt. Auf die Hügel führen mehrere Schrägaufzüge, die den Bewohnern die anstrengenden Wege auf die Hügelgegenden erleichtern. Mit einer dieser Aufzüge fahren wir auf den Cerro Allegre. Wir fühlen uns wie große Kinder, als wir hier eine Rutsche runterrutschen können. Bewaffnet mit Regenschirm oder Kaffeebecher in den Händen rutscht so nach und nach jeder aus der Tour auf das untere Plateau. Rutschen scheint ein beliebter Sport in Valparaíso zu sein, denn später kommen wir noch an einem glatt polierten, steilen Weg vorbei, an dem früher das schmutzige Waschwasser abfloss. Heute wird dieser von uns Touristen als Rutschbahn genutzt 🙂

Aufzug auf den Cerro Allegre
Rutsche auf dem Cerro Allegre
Die Piano-Treppe, ein beliebtes Fotomotiv
Elektrische Stadtbusse, wirken auf uns wie fahrende Museen
Expressive Streetart

Bunte Pappbecher hängen quer über die Straße und setzen dem ohnehin schon zauberhaften Flair der Stadt noch das Sahnehäubchen auf. Am Schluss glühen unsere Füße und unsere Kamera, Valparaíso bietet unglaublich viel schöne StreetArt und Fotomotive, die es wert sind fotografiert zu werden.
Am Ende der Tour bekommen wir noch ein kleines Glas mit einem typischen alkoholischen Getränk aus Valparaíso, „damit das Trinkgeld größer ausfällt“. Eigentlich wären wir nach diesem Nachmittag schon um 7 reif fürs Bett, wir schaffen es trotzdem immerhin noch in eine Bar, um eine weitere Spezialität auszuprobieren: Limon con Cerveza. Was erwartet der Schwabe: Eine Art Radler. Bekommen haben wir ein Bier mit Zitronensaft und dekorativem Salzrand am Mundende. Na dann Prost…

 

Südamerika. Ein Zwischenbericht

¿Hablas español?

Spracherfahrungen in Südamerika

Wer nach Südamerika geht muss sich auf eines gefasst machen: Mit der „Weltsprache Englisch“ kommt man hier wirklich nicht weit!

Wir begannen unsere Reise in Santiago de Chile. Man könnte meinen in der chilenischen Hauptstadt sei Englisch noch verbreitet, doch weit gefehlt. Unser Hostel ist eine kleine englische Insel. Sobald wir auch nur zum Kiosk nebenan gehen um uns eine Wasserflasche zu kaufen werden wir schon bei einem “Hello” schief angesehen. Zum Glück haben wir beide schon ein Jahr Spanisch gelernt. Wir sind auf einem Level in dem wir die besagte Wasserflasche bestellen können, manchmal verstehen wir sogar den Preis ohne dass uns der Verkäufer diesen aufschreiben muss. Doch sobald wir ins Gespräch mit den Einwohnern von Santiago kommen wird es schwierig. Nach den üblichen Standards wie „Wie heißt du?“ und „Wo kommst du her“ ist unser Wortschatz nach kurzer Zeit erschöpft. Erschwerend kommt hinzu, dass die Chilen wahnsinnig schnell sprechen. Immerhin das ist nicht nur unser Empfinden, denn die Chilenen sagen das auch von sich selbst. Auf unsere Bitte hin, langsamer zu sprechen, werden wir oft verwundert angesehen. Anschließend prasseln die Worte nicht mehr wie ein Wasserfall, sondern nur noch wie ein starker Regenguss auf uns nieder. Vielleicht sind die Chilenen so sehr an ihr Sprachtempo gewöhnt, dass ihnen das langsam sprechen so schwer fällt wie dem Schwaben das Hochdeutsch.

Die Tatsache, dass der halbe Kontinent (!) Spanisch (und die andere Hälfte Portugiesisch) spricht ist vermutlich der Grund, warum hier im Allgemeinen kaum Englisch gelernt wird. Damit wir nicht gänzlich abgehängt werden entschließen wir uns in Argentinien dazu, einen Sprachkurs zu machen. Mir geht es vor allem um eines: Mich mit den Südamerikanern besser verständigen zu können. Denn trotz aller Sprachbarrieren sind die Leute hier vor allem eines: Wahnsinnig nett und herzlich!

Für Spanisch-Begeisterte und solche die es werden wollen: Wir waren in der Sprachschule SP Spanish Courses (spanishcourses.com.ar) in Mendoza. Die Leiterin Cristina spricht neben Spanisch auch Deutsch und Englisch. Unterrichtet wird in der Regel einsprachig in Spanisch, die Lehrerinnen sprechen jedoch alle auch Englisch, falls man etwas nicht versteht. 4 Stunden Spanisch sind taff, vor allem weil die Gruppen sehr klein sind (wir waren zu viert). Kurz mal träumen und die Gedanken schweifen lassen ist nicht drin 🙂
Der Preis für eine Woche Unterricht liegt bei 210 US-Dollar. Nachmittags gibt es gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel eine Wanderung durch die Vor-Anden bis hin zu einem einstündigen Vortrag über die Region Mendoza (natürlich auf Spanisch!).

Apps zum Spanisch lernen: Viele schwören auf Duolingo, was mir persönlich überhaupt nicht zusagt. Praktisch finde ich die kostenlosen Apps „Learn Spanish“ von Ufo Studio und Loecsen. Hier können die wichtigesten Phrasen der Sprache angehört und geübt werden. In Loecsen sind übrigends nicht nur Spanisch, sondern auch andere Sprachen verfügbar!

Chile – Santiago de Chile

Zahlen, Daten, Fakten

Wo schlafen wir:

Unsere Unterkunft in Santiago de Chile heißt „La Chimba“. Mit 40 € für das Doppelzimmer zwar nicht gerade günstig, allerdings zentral gelegen und mit schönem Flair. Kostenloses Asado (BBQ) einmal die Woche im Hostel. Das Hostel befindet sich im Stadtviertel Bellavista, welches mit Bars, Restaurants und Nightlive-Optionen bestens ausgestattet ist.

Anreise:

Vom Flughafen aus kommt man mit dem Bus „Aeropuerto“ zur Metrostation „Los Heroes“ und von dort aus weiter bis zur Metrostation “Baquedano“. Anschließend ist es nur noch ein kleiner Fußweg bis zum Hostel.

Was erleben wir:

Der Cerro San Cristóbal ist der größte Hügel in der Stadt auf den auch eine Seilbahn hinaufführt zzz. Der Cerro de Santa Lucia ist ein Hügel mit einer kleinen Burg.

Reisebericht

Santiago de Chile empfängt mich mit warmen Armen. Nach den kalten Wintertagen in Deutschland sind 25 Grad eine willkommene Abwechslung. Ich werfe meinen Rucksack in das Hostel La Chimba und wir ziehen los in die Innenstadt. Harry wird zu meinem heutigen Reiseführer, da er schon ein paar Tage länger hier ist. Den Aussichtshügel „Cerro de San Cristóbal“ hat er schon erkundet, daher laufen wir heute in Richtung „Cerro de Santa Lucia“, ebenfalls ein Hügel, der eine schöne Aussicht auf die Hauptstadt verspricht.

Der Weg dauert länger als gedacht. Ständig muss ich anhalten um die vielfältige Straßenkunst der Stadt zu fotografieren. Kreative Gemälde zieren die Wände von Bäckereien, Hostels oder Wohnungen, sogar die Außenfläche einer LKW Plane wird zum Kunstobjekt. Ganz abgesehen von der Farbenpracht haben die Zeichnungen einen positiven Nebeneffekt: Jemand, der sich mit der Orientierung in einer neuen Stadt schwer tut, gerne mal die Nord-Süd Richtung vertauscht oder sich ständig verläuft (ich) fällt es hier sehr leicht, den richtigen Weg zu finden.

Bilder…
… an allen Wänden!
Pinguine auf dem Boden 🙂

Im Gegensatz zu den voll bemalten Wänden stehen die ausgestorbenen Straßen an diesem Sonntag Nachmittag. Die Menschen sammeln sich jedoch an zentralen Plätzen wie zum Beispiel dem Cerro Santa Lucia, den wir mittlerweile erreicht haben. In alle Himmelsrichtungen haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und das Andenpanorama.

Ausblick vom Cerro de Santa Lucia

Im herrlichen Sonnenschein genießen wir das Flair der Stadt. Künstler zeigen während der Rotphase von Ampeln ihr Können, wir sehen Jongleure mit Keulen und Diabolo und auch eine Gruppe Breakdancer. An den Straßenecken essen wir chilenische Klassiker: Einen „Italien Hot Dog“, der durch das Grün von Avocadocreme die Farben der italienischen Flagge darstellt und Empanadas, gefüllte Teigtaschen. Unsere gute Stimmung bekommt einen kurzen Dämpfer als wir beim Fotografieren eines Marktplatzes von einer Frau angesprochen werden. Sie winkt uns wir sollen schnell die Kamera wieder einpacken, denn die Gegend hier sei nicht sicher. Merkwürdig, denn ich habe mich die ganze Zeit sehr sicher gefühlt.

Abends genießen wir das Flair unseres Hostels la Chimba. Hier wirkt alles so, wie man sich einen südamerikanischen Salon der 20er Jahre vorstellt. Dunkle Möbel werden von gemütlichem Licht warm angestrahlt und Bilder zieren stilvoll die Wände. Im Billiardzimmer stellen wir unseren mobilen Lautsprecher auf. Jazzmusik erklingt leise während unserer Billiard-Runde.