Bevor es losgeht

Theoretisch hätte ich jetzt nach der Fachhochschulreife auch gleich mit dem Studium beginnen können. Theoretisch. Praktisch habe ich mich dazu entschieden, mit meinem Freund Harry ein Jahr auf Reisen zu gehen, weil eine solche Gelegenheit so schnell nicht wieder kommt (nach dem Studium möchte man schließlich im entsprechenden Berufsfeld arbeiten und nicht gleich wieder entschwinden). Die Wahl der Länder / Kontinente war eher intuitiv. Es sollte ein möglichst bunter Mix sein, günstige und auch teure Länder (weil die nunmal auch sehr schön sind), Kulturen und Landschaften, Action und Entspannung. Somit fiel unsere Wahl auf Skandinavien (mit dem Wohnmobil), Asien und Südamerika (mit dem Rucksack).

Wie bereitet man sich am besten auf eine solche Reise vor? Wer wirklich eine Weltreise plant, dem empfehle ich das Buch „101 Dinge, die ein Weltenbummler wissen muss“ von Aylin und Stefan Krieger. Habe ich geschenkt bekommen und finde es wirklich sehr gut! Bei mir selbst fiel die Reiseplanung eher minimalistisch aus.Ich habe mich um folgendes gekümmert (in meinem Augen das Nötigste):

  • Flüge (s.u.)
  • Auslands-Krankenversicherung (s.u.)
  • Impfungen: Gemäß Robert Koch Institut / mit dem Hausarzt durchsprechen
  • „Visa“ (brauchte ich für keins meiner Ziele, prüft man auf der Homepage des Auswärtigen Amtes)
  • Kreditkarte (darauf achten, dass man im Ausland kostenlos Geld abheben kann, z.B. DKB oder IngDiba)
  • „Wohnmobil“ (s.u.)
  • Ausrüstung (s.u.)
  • Reisepass (noch gültig, genug freie Seiten)
  • Offline-Karten aufs Handy laden (s.u.)

Die „großen“ Flüge nach Asien und Südamerika) haben wir wie in guten alten Zeiten im Reisebüro gebucht, weil wir bei dieser besonderen Reise Tipps von den Profis haben wollten. Im Nachhinein hätten wir es wahrscheinlich doch selbst zu Hause auf der Couch übers Internet buchen können: Auf Klimadiagramme.de bekommt man ein Gefühl für die „optimale Reisezeit“, wobei man sich von dem Begriff „Regenzeit“ nicht pauschal abschrecken lassen darf. Anschließend prüft man über die bekannten Portale, welche Airlines die gewünschten Länder bedienen und kann danach bei den Website der Airline selbst buchen. Fürs Buchen ruhig mal ein paar Tage abwarten und an unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten nachsehen. Manchmal werden die Flüge morgens günstiger als abends angezeigt. Oder umgekehrt… Fürs Fliegen selbst eignet sich Dienstag – Donnerstag, hier sind die Flüge meist günstiger. Das Buchen übers Reisebüro hat jedoch einen Vorteil: Bei Komplikationen (Airline streikt, Flug fällt aus etc.) kann man im Reisebüro anrufen, die sich von Deutschland aus kümmern. Und teurer war es in unserem Fall – wenn überhaupt – minimal. Inlandsflüge (um kurzfristig Strecke zu machen) können super leicht und günstig im jeweiligen Land selbst gekauft werden. Außerdem ist man so weitaus flexibler.

Um eine Auslands-Krankenversicherung kommt man nicht drumherum. Je nach Reisedauer kann das ganz schön teuer werden, also auf jeden Fall unter den Anbietern (auch von z.B. ADAC) vergleichen. Auch gut: Bei der Krankenkasse, bei der man in Deutschland versichert ist anfragen, was die empfehlen und mit wem die zusammenarbeiten – falls tatsächlich was passiert und man die Versicherung in Anspruch nehmen muss, geht ws so zumindest etwas flüssiger.

Für Skandinavien hat sich mein Freund ein gebrauchtes Wohnmobil gekauft, welches nach der Reise auch wieder verkauft wird. Der Vorteil: Der Wertverlust ist relativ gering, und somit kostet ein Wohnmobils zwar erstmal viel Geld, ist aber letzten Endes deutlich günstiger als die Miete über diesen langen Zeitraum. Wenn ich jetzt allerdings anfange zu beschreiben, was man hier beachten muss, würde das ein neues Kapitel ergeben… Ich lass es lieber, fragt wenn ihr möchtet nach 🙂

Ich erspare mir das Kapitel „Packliste“, es gibt unzählige Websites, die bereits umfassend beschreiben, was ein Traveller braucht oder auch nicht. Ein paar Tipps dann doch: Für den Rucksack ruhig auch mal im Laden beraten lassen, ich wäre zum Beispiel sonst nicht auf die Idee gekommen, dass ich aufgrund meiner Größe von 1,76 einen Männer-Rucksack, welcher am Rücken länger ist, brauche. Und: Einer dieser Stichheiler wie „Bite away“ rettet Leben. Na gut, das war etwas dick aufgetragen. Sagen wir, es schon die Nerven.

Offline-Karten auf dem Handy schaden auch nicht, wenn man vor Ort nicht an jeder Ecke nach dem Weg fragen möchte. Ich lege euch „OsmAnd“ (zu deutsch: Open Street Maps for Android) ans Herz. Die App ist ein wahres Allroundtalent, da sie Offline-Karten (Straße und viele Wander- und Fahrradwege) mit Suchfunktion, Navigation, sowie Plugins für Höhenlinien und Wikipedia-Einträge bietet. In der Regel reicht die kostenlose Version, die allerdings – wie sollte es auch anders sein – in den Funktionen eingeschränkt ist (es können max. 7 Länder heruntergeladen werden,…).

Eins noch: Im Vorfeld nach den Attraktionen im jeweiligen Reiseland zu suchen ist überflüssig. Da werden die Touristen vor Ort sowieso mit der Nase drauf gestoßen 😉

Eine Antwort auf „Bevor es losgeht“

  1. In der neuesten F-Droid Osmand-Version (2.75) gibt es keine Höhenlinien inkl. mehr!
    Möchte man welche, sollte man entweder eine ältere Version installieren, oder die Höhenlinien perPlay Store kaufen. Ist eh die sinnvollere Wahl …
    Gruß, Dirk

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