2. Etappe: Indonesien – Yogyakarta (Tag 91 – 92)

Künstlerstadt Jogja

Das Ende der Reiskriese

In Indonesien heißt „Unser täglich Brot“ – „Unser täglicher Reis“. Zu wirklich jedem Gericht wird er dazu gereicht, manchmal besteht sogar das Frühstück schon aus gebratenem Reis. Es ist erstaunlich, wie lange man sich davon ernähren kann, ohne es im wahrsten Sinne des Wortes satt zu haben. Ich habe allerdings mittlerweile ganau diesen Punkt erreicht.

Als wir Bunaken verlassen, haben wir ein paar Stunden „Zwangspause“ vor unserem Flug nach Yogyakarta. In dieser Zeit futtern wir uns einmal quer durch die westliche Küche, ich betrete sämtliche Fast-Food-Ketten, um die ich zu Hause einen großen Bogen mache. Mc Donalds kommt mir plötzlich vor wie ein Gourmetpalast, Dunkin Donuts ist eine Oase in der Wüste. Als ich das Flugzeug betrete ist mir schlecht. Hoffentlich ist die Reiskriese bald überstanden.

Mobile Straßenküchen, wie sie überall in Indonesien anzutreffen sind
Kleine Stücke Heimat

Abends kommen wir in Jogja, wie Yogyakarta liebevoll von seinen Bewohnern genannt wird, an. Unsere Unterkunft hier ist das Luwabica Art’n Coffee House, welches wir zuvor bei folgendem Dialog gebucht hatten:

Harry: Die Unterkunft hier sieht cool aus, die Bewertungen sind auch gut. Was hältst du davon? Ich: Buchen. Harry: Willst du dir nicht wenigstens die Bilder ansehen? Ich: Da steht das Wort „Kaffee“ im Titel, das kann gar nicht schlecht sein!
Und so ist es: Das Luwabica Art’n Coffee House ähnelt einer Studenten WG, ich fühle mich hier sofort zu Hause. An den Wände hängen kreative, selbstgemalte Bilder des Besitzers, überall ist Star Wars Deko verteilt – sogar die Hauskatze heißt Yoda. Ah, und leckeren Kaffee aus allen Anbauregionen Indonesiens gibt’s hier natürlich auch 🙂

Luwabica Art’n Coffee House in Yogyakarta

Am nächsten Tag besichtigen wir den Wassertempel. Unser Guide ist ein Tourismus-Student, der uns mit viel Humor den Aufbau des Tempels erklärt. Der Tempel und die Kunst an den umliegenden Gebäuden sind sehr schön, ein Guide ist absolut notwendig, da nirgendwo Infotafeln hängen und man sonst von der Geschichte des Tempels überhaupt nichts mitbekäme.

Streetart in Yogyakarta
Wassertempel
Batik – nicht nur eine Modeerscheinung der Hippiezeit, sondern auch die traditionelle Wachs-Färbekunst aus Yogyakarta.

Abends sind wir auf einem Rummelplatz. Harry und ich sitzen in einem kleinen Riesenrad, das von einem laut knatternden Dieselmotor angetrieben wird. In Deutschland würde niemand hierfür aus dem Haus gehen, aber hier quietschen alle vor Vergnügen und auch wir haben großen Spaß dabei! In einer anderen Ecke des Rummelplatzes angeln Kinder Plastikfische und auch echte Fische (!) mit einem Kescher aus einem Planschbecken. Von zahllosen Straßenküchen steigt der Geruch von Rauch und gebratenem Fleisch auf. Irgendwann steigen wir müde in eine der Fahrrad-Rikschas und lassen uns nach Hause fahren.

Am nächsten Tag im Restaurant bin ich kurz davor ein Sandwich zu bestellen – und nehme dann doch wieder einen „Fried Rice“. Na bitte, die Reiskriese ist überstanden! 🙂

Rummelplatz
Fahrrad-Rikscha

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