2. Etappe: Indonesien – Sulawesi (Tag 84 bis 90)

Tangkoko-Nationalpark

Ein Affe kommt selten allein

04:00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Wir sind in Batu Putih am Rande des Tangkoko-Nationalparks und stehen um diese unchristliche Uhrzeit auf, um ein paar Affen zu sehen. Zumindest geht mir das gerade durch den Kopf.
Kurze Zeit später ändere ich meine Meinung. Die kleinen nachtaktiven Tarsius-Äffchen sind einfach wahnsinnig putzig! Die kleinsten Affen der Welt sind kaum größer als eine Maus und haben das Gesicht einer Eule mit riesigen Kulleraugen und Füße wie Geckos. Quiekend springen sie durch die Bäume und in gezielten Sprüngen schnappen sie sich die Heuschrecken weg, die Fiona, unser Guide, auf den Baum gesetzt hat.

Tarsius-Affen im Tangkoko-Nationalpark

Kurz darauf sehen wir Schopfmakaken, eine vom Aussterben bedrohte Affenart. Erst rennen sie scheu vor uns davon, nachdem wir ihnen eine Weile gefolgt sind sind wir irgendwann voll akzeptiert und stehen inmitten der Affenbande. Dank den Adleraugen von unserem Guide sehen wir später noch einen Kuskus (ein Beuteltier, kein Hartweizengrieß) und Eulen in den Baumwipfeln, außerdem eine Zikade, die gerade mal so groß ist wir ein Fingernagel – und so viel Lärm macht dass es uns fast schon in den Ohren dröhnt. Unsere Dschungeltour dauert insgesamt ganze vier Stunden.

Eulentrio

Schopfmakaken im Tangkoko-Nationalpark

Nachdem wir unseren Schlaf nachgeholt haben fahren wir nach Bitung, eine Stadt an der Ostküste Sulawesis. Lembeh ist eine Insel, die fürs Makrotauchen bekannt ist. Je kleiner die Lebewesen, desto höher der Preis – ein Tauchgang kostet knapp 50 Euro. Ohne High-End Makrokamera ist hier keiner unterwegs, denn für einen Großteil der Wassertierchen braucht man fast schon ein Mikroskop. 

Die letzten vier Tage in Sulawesi brechen an, bevor wir nach Jawa weiterfliegen. Die Frage, wo wir diese verbringen wollen ist schnell beantwortet: Auf Bunaken, wo wir noch einmal die Vielfalt der Unterwasserwelt genießen. Noch einmal übernachten wir im Tandjoeng bei den liebevollen Gastgebern Olga und Ope. Mit Bintang (der einzigen Biermarke in Indonesien), Arak (dem selbstgebrannten Schnaps), Schokotorte im Gesicht und den Musikern des Dorfes feiern wir in Lagerfeuer-Athmosphäre bis spät nachts den Geburtstag einer Langzeit-Reisenden.
Die Verabschiedung von Sulawesi, dem kleinen Stückchen Paradies. 

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