2. Etappe: Indonesien – Sulawesi (Tag 78 bis 83)

Tomohon

Der zurückgelassene Schweinskopf

Sulawesi ist christlich geprägt, daher bereitet man sich hier ab September auf Weihnachten vor: In unserem Hotel werden Weihnachtslieder rauf und runter gespielt, golden glitzernde Plastik-Schneeflocken hängen über dem Empfangstisch, im Eingang steht ein Tannenbaum, ebenfalls aus Plastik, mit einer stroboskop-artig blinkenden Lichterkette. Mal ganz abgesehen davon, dass wir hier Kitsch in seiner Höchstform vorfinden wirkt das alles bei 32 Grad Außentemperatur, sagen wir, etwas paradox…

Wir haben Bunaken verlassen und stehen nun wieder auf dem Festland Sulawesi. Mit einem Roller fahren wir nach Tomohon. Für einen kurzen Moment komme ich meinen Pflichten als Navigator nicht nach und wir verfahren uns in eine Seitenstraße. Ein glücklicher Zufall, denn hier ist gerade ein Wochenmarkt. In Schrittgeschwindigkeit fahren wir durch die enge Straße. Zum Glück haben wir einen stabilen Magen, denn die Geruchswelt bewegt sich zwischen gammligem Gemüse, Fisch, Abwasser und Gerüchen die nicht so ganz identifiziert werden können… Auf einem Marktstand werden gegrillte Hunde am Spieß (ja, wirklich!!) verkauft, ein Händler versucht, Harry einen ganzen Schweinskopf zu verkaufen, obwohl Harry beide Hände am Roller hat. Der Verkäufer guckt etwas enttäuscht als wir dankend ablehnen. Vielleicht hatte er gehofft, dass wir ihm den Schweinskopf abkaufen und diesen als Galleonsfigur auf dem Roller drapieren?!

Nach etwa eineinhalb Stunden kommen wir in Tomohon an. Zunächst besuchen wir den Linow-See, der aufgrund seines Schwefelanteils je nach Lichteinfall der Sonne in unterschiedlichen Farben leuchten soll. Heute ist es allerdings trüb, der See ist daher einfach nur hellgrün.

Einfarbig, aber trotzdem hübsch: Der Linow-See in Tomohon

Unser letztes Ziel an diesem Tag sind die heißen Quellen. Tomohon liegt relativ hoch in den Bergen, daher freuen wir uns schon auf das warme Wasser. In einem Hotel fragen wir nach, wie genau wir zu den Quellen hinkommen. Der Hotelportier wittert seine Chance und versucht, uns ein Bad in einer Badewanne für 15 Euro zu verkaufen. Auf unsere Nachfrage hin, wo denn die natürlichen heißen Quellen sind zeigt er auf eine Pfützenansammlung hinter der Hotelanlage. Das muss anders gehen. Harry und ich fahren weiter, und nach einer dreiviertel Stunde Suchen haben wir gefunden, nach was wir gesucht haben. Ein öffentlicher Pool, der mit gefühlt nahezu kochend-heißem Wasser des aktiven Vulkans gefüllt ist. Herrlich!

Hier ist der Pool!

Wanderung am nächsten Tag im Märchen-Dschungel

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