2. Etappe: Indonesien – Lombok (Tag 61 bis 66)

Lomboks Süden

Vom Kitesurfen ohne Wind, dem Kätzchen und ach, lest selbst…

Diverse Websites und Reiseführer berichten von Kuta Lombok (nicht zu verwechseln mit Kuta Bali), der Schönheit der Strände hier und den vielen Nightlife-Optionen. Der Großteil der Lombok-Touristen steuert also den Süden an, so wie wir jetzt auch – nicht (nur) wegen dem Nachtleben sondern in erster Linie deshalb, weil wir im Vorjahr einen Kitesurf-Kurs gemacht haben und Harry seine Fähigkeiten weiter ausbauen will. In diversen Blogs hatten wir gelesen, dass man hier in Kuta Lombok gut Kitesurfen kann. Kann man auch. Was uns die Blogs allerdings verschwiegen haben: Am besten ist der Wind in der Saison von Juni bis August. Jetzt ist es Mitte Oktober, und der Wind ist quasi nicht vorhanden.

Wir bleiben trotzdem erstmal hier, könnte ja doch noch was werden mit dem Wind. Wir quartieren uns im Homestay „Ketapang“ ein, und wundern uns zum einen, wie eine Unterkunft so nahe am Strand so günstig sein kann und zum anderen, wieso man hier das Geld im Voraus möchte? Abends sind wir klüger: Die Bässe der Strandbars sind so laut, dass wir in unserem Zimmer das Gefühl haben, direkt neben der Soundanlage zu stehen. Ohrstöpsel koennten in den nächsten Tagen meine zwei neuen besten Freunde werden. Wir entscheiden uns daher für Plan B: Anstatt uns darüber aufzuregen wie laut es in unserem Zimmer ist stürzen wir uns ins Nachtleben!

Wir tanzen im Sand bis in die frühen Morgenstunden

Vor unserem Homestay finde ich ein kleines Kätzchen. Mein Herz geht auf, ich könnte das Kleine sofort adoptieren. Die nächsten Stunden steht Harry an zweiter Stelle 😉

Eine Katzenspielzeug-Improvisation: Schnur und Klopapier 😉
Müde vom spielen schläft „mein“ Kätzchen auf meinem Bauch ein ♡

Wieder ist keine Spur Wind spürbar. Wir leihen uns einen Roller und fahren zum benachbarten Strand Tanjung Aan, der uns als besonders schön empfohen wird. Der Strand ist so hell und fein, dass er aussieht wie aus Puderzucker, im Hintergrund erheben sich zerklüftete Felsen aus dem Meer. Von Weitem wirkt es wie das Paradies, von Nahem ist es ein Trauerspiel: Ich habe selten so viel Plastik auf einmal gesehen. Bei jedem Schritt knirscht eine Plastikflasche unter meinen Fuessen, bei jedem Schwimmzug im Meer schiebe ich bunte Plastikverpackungen zur Seite. Irgendwann packt mich die Wut. Ich fische nach einer grossen Plastiktüte und fange mit Harry zusammen an Müll zu sammeln. Ein ganz ähnliches Gefühl muss Don Quijote im Kampf gegen seine Windmühlen erlebt haben. Unsere Plastiktüte ist am Ende brechend voll, und trotzdem sieht der Strand kein bisschen besser aus. Fühle ich mich besser, weil ich wenigstens einen kleinen Beitrag hier geleistet habe? Irgendwie nicht. Immerhin: Der Eisverkäufer hier ist begeistert von unserer Aktion und verspricht, morgen eine Mülltuete an seinem Eiswagen zu befestigen. Aktuell landet nämlich sämtlicher Müll seiner Eistüten am Strand.

Nur auf den ersten Blick schön – der Strand Tanjung Aan

Auch nach Tagen ist kein Wind zum Kiten vorhanden, deshalb gehen wir wellenreiten. Der Strand „Pantai Selong Belanak“ ist perfekt für uns als Anfänger, allerdings ist auch hier wahnsinnig viel Müll am Strand und im Meer. 

Als ich mir diesen Beitrag nochmal durchlese stelle ich fest, dass er insgesamt etwas negativ wirkt. Soll er eigentlich gar nicht, denn (abgesehen von dem Plastikmüll) ist es hier sehr schön! Die Reggae-Partys hier sind toll, und das Kätzchen, hach das Kätzchen war einfach nur zuckersüß ♡

Kiten für eine Stunde, als ein kleines bisschen Wind weht
Wasserbüffel in Lomboks grünen Bergen

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