2. Etappe: Indonesien – Bali (Tag 40 bis 42)

Ubud – Teil 1

Von Affen und Yoga-Hype

Auf den ersten Blick ist Ubud ähnlich touristisch wie in Kuta. Ein Verkäufer verfolgt uns sogar auf seinem Moped und will uns unbedingt seine Unterkunft andrehen. Wir retten uns in eine Seitenstraße, in der plötzlich Ruhe herrscht und wir erkennen, dass wir keine zweites Kuta sondern eine Stadt mit Flair um uns haben. Unsere neue Unterkunft heißt „Birmamuka“. Als wir ankommen wirft sich der Hausherr schnell einen roten Anzug mit goldenen Knöpfen über und ich fühle mich, als stünde ich einem Hotelportier vor 100 Jahren gegenüber. Wir verhandeln den Preis für eine Übernachtung mit Frühstück für zwei Personen  von 200.000 auf 160.000 Rupiah, was in etwa 10 Euro entspricht und beziehen unser Quartier.

Am selben Tag laufen wir am Monkey Forest vorbei, Ubuds berühmten Affenpark. Weil wir kurz vor dem Ende der Öffnungszeit dort ankommen laufen wir nicht mittendurch, sondern nur daran vorbei. Die Affen lassen sich von den Zäunen jedoch nicht aufhalten, sie springen fröhlich zu den umliegenden Verkaufsständen und klauen deren Waren. Als wir eine kurze Pause einlegen habe ich plötzlich einen neuen Freund gefunden.

Danach gehen wir ins Restaurant Bali Bohemia und wollen eigentlich nur einen Kaffee trinken. Weil an diesem Abend die Band „Barefoot Warrior“ auftritt bestellen wir uns noch einen Nachtisch. Dann einen Drink. Und noch einen. Letztendlich sind wir 4 Stunden hier, weil wir uns der Musik und der urgemütlichen Atmosphäre hier einfach nicht entziehen können.

Ein neuer Tag: Auf unserem Balkon essen wir unseren ersten Banana-Pancake. Warum ich das erwähne – bitte nach „Banana-Pancake Trek“ googeln 🙂 Wir wollen zu den Reisterassen fahren, also mieten wir uns zwei Fahrräder und radeln los. Fahrräder beschreibt diese Gerätschaften vielleicht nicht ganz, es sind eher rostige Drahtgestelle ohne Licht und mit schwachen Bremsen. Jeder der an uns vorbei fährt scheint sich zu fragen, warum um alles in der Welt wir keinen Scooter fahren.

Wir nehmen die ruhige Parallelstraße neben der Hauptstaße Raya Petulu zum Aussichtspunkt „Chicken Terrace“. Unterwegs sehen wir Menschen, die mit viel Handarbeit Reis anbauen und ernten und andere, die Häuser nahezu komplett in Handarbeit errichten.

Reisbauer

Wir entdecken einen Platz, auf dem einmal ein großes Festival stattgefunden haben muss. Der Platz ist nahezu verlassen, ich fühle mich wie in einer Endzeit-Szenerie. Auf der Bühne finde ich zerbrochene Theater-Requisiten. Keiner von den wenigen anwesenden Leuten spricht Englisch.

Überreste eines Festivals

Die Straßengräben liegen voll mit Müll. Wir treffen auf Staßenhunde und grenzenlos überladene Mofas, auf gesprächige Indonesier und auf Wayan, eine Frau die sich als Heilerin ausgibt und aus Harrys Hand liest, dass er eigentlich keine Knie- sondern Verdauungs- und Nackenprobleme hat 🙂 Seit dem Film „Eat, Pray, Love“ scheint die „Healing-Branche“ in Ubud zu boomen, die Straßen links und rechts hängen voll mit Werbeschildern für Meditation und Massagen. Wir essen bei Wayan in seinem neu eröffneten Restaurant „Padis Gadis“ zu Mittag.

Schon wieder der Name Wayan? Wir fragen nach, was es damit auf sich hat: In Indonesien heißt immer jeweils der Erstgeborene Wayan.

Voher
Nachher

Kurz danach stehen wir am Aussichtspunkt zu den Reisfeldern wo schon auf uns gewartet wird, damit man uns Armbänder verkaufen kann.

Reisterassen in Ubud

Zurück in Ubud beginnen wir zu verstehen, warum man in asiatischen Ländern oft mit Mundschutz auf den Straßen unterwegs ist. Bei der Suche nach einem Yoga-Kurs beginnt mein Magen aufgrund der Abgase zu rebellieren. Tags darauf führt daher mein erster Weg in einen Supermarkt, in dem ich mir auch einen Mundschutz zulege.
Die nächsten zwei Tage genießen wir Ubuds Spezialitäten: Yoga und gutes Essen. Ubud präsentiert sich als „Care for your Body-Zentrum“, als Vegetarier komme ich voll auf meine Kosten. Ich könnte sogar Veganer oder Rohköstler sein und hätte trotzdem eine große Auswahl. Wir lassen uns vom Yoga-Hype anstecken und machen unsere ersten zwei Yogastunden, morgens um 9 traditionell, nachmittags Acro-Yoga im Yoga Barn. Von einer tollen Lehrerin lernen wir in einer entspannten Gruppe die Basics und machen schnell Fortschritte: Während meine Partnerin auf dem Boden kniet mache ich einen Kopfstand zwischen ihren Beinen. Nach eineinhalb Stunden sind wir ausgepowert, aber glücklich!

Unser Yoga-Studio
Schalen zur Dankbarkeit, die täglich von den Balinesen aufgestellt werden

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