1. Etappe: Norwegen – Going North Again (Tag 8 bis 11)

Atlantic Ocean Road und Ålesund

Im Angelfieber

Es geht wieder nördlich Richtung Atlantic Ocean Road, eine Straße entland Norwegens Küste, die mehrere Inseln über Brücken miteinander verbindet. An diesem Abend gehen wir das erste Mal angeln, zumindest was meine Wenigkeit angeht. Harry ist seit Juni in Norwegen und hat seit dem schon ein einige Male die Angel ausgeworfen, und für mich als Laie sieht das auch schon sehr fachmännisch aus! In Norwegen darf jeder an den Fjorden und an der Küste kostenlos und ohne Angelschein angeln. Ich werfe also das erste Mal die Angel aus…

Mein erster Angelversuch

… ein Seestern! Äh, damit hatte ich nicht gerechnet. Wir befreien den Kleinen vorsichtig vom Haken und werfen ihn zurück ins Meer. Harry erzählt mir, dass die Arme von Seesternen wieder nachwachsen, wenn sie mal einen verlieren. Gut so, dann kommt der Kleine auf jeden Fall mit einem Schrecken davon. Ich traue mich danach trotzdem erstmal nicht mehr, die Angel nochmal auszuwerfen. Wer weiß was da als nächstes dran hängt, wenn das schon so losgeht! Für die Nacht parken wir unser Wohnmobil auf einem kleiner Parkplatz neben der Vågøy-Kirche in einem winzgen Dörfchen. Nachts fegt ein Sturm ums Wohnmobil, so stark, dass ich Harry frage, ob so ein Wohnmobil eigentlich umfallen kann? Harry grinst im Schlaf und meint nein, ich solle weiterschlafen. Wer mal Sturm im Wohnmobil oder Zelt erlebt hat, weiß wie komisch sich das anfühlt… Am nächsten Morgen steht das Wohnmobil noch genau wie am Vorabend. Glück gehabt 😉

Der Tag darauf: Wir fahren auf der Atlantic Ocean Road, zwischendrin halten wir an um zu angeln. Leider läuft es auch dieses Mal nicht wirklich besser, wir ziehen zwar 3 Makrelen aus dem Fjord, werfen sie aber aufgrund ihrer Größe immer gleich wieder ins Wasser. Harry fragt sich, ob gerade der Makrelen-Kindergarten einen Ausflug macht, so klein sind die Fische noch. Später erfahren wir von anderen Anglern: Diese Größe der Fische ist hier der Standard. Die vierte Makrele behalten wir also und braten sie abends mit Butter in der Pfanne. Ich probiere auch, obwohl ich eigentlich vegetarisch esse. Aber für diesen frischen, selbstgeangelten Fisch mache ich eine Ausnahme. LECKER!

Für zwei Personen zu wenig zum satt werden, aber lecker!

Ah, und bevor ich die ganze Zeit nur vom Angeln erzähle – auf der Atlantic Ocean Road sind wir ja auch noch 😉 Eine Straße, die mehr aus Brücken als aus sonstwas besteht. Die Brückenabschnitte sind sehr kurz und gehen manchmal nur von einer Mini-Insel zur nächsten.

Atlantic Ocean Road

Am nächsten Tag fahren wir in das Jugendstil-Städtchen Ålesund. Normalerweise wandert man die vielen Stufen auf den Aussichtspunkt Aksla hinauf, aufgrund des permanenten Regens haben wir uns dann doch für die Wohnmobil-Variante entschieden. Die Ausicht ist allerdings auch bei Nebel schön.

Aussicht vom Berg Aksla in Alesund

Neuer Tag, neues Glück: Der Regen hat noch nicht aufgehört, also verschieben wir den Plan, durch Ålesunds Gassen zu laufen auf später und gehen erstmal ins Aquarium. Der Eintritt kostet knapp 20 Euro pro Person, lohnt sich aber. Ich kann hier Rochen streicheln (irgendwie wabbelig, und trotzdem fest) und bei der Fütterung von Seehunden (süß), Ottern (süßer) uuund Pinguinen (♥ ♥ ♥) zusehen.

Mein persönliches Highlight in Ålesund: Eine beheizte Parkbank! Es gibt keine angenehmere Form der Energieverschwendung. Naja, Norwegen erhält zu 98% seinen Strom durch Wasserkraft. Da kann man es sich dann wohl auch leisten, Parkbänke zu beheizen.

Harry ist im Angelfieber. Diesmal gibts Dorsch (der mir gar nicht so gut schmeckt wie er gelobt wird). Danach angelt er nur noch ein ausgefranstestes Stück Seil – und eine uralte Socke! Lustig, aber auch traurig wenn man sieht, wie vermüllt das Meer ist.

2 Antworten auf „1. Etappe: Norwegen – Going North Again (Tag 8 bis 11)“

  1. In Alesund bin ich 2009 mit Stefan gestrandet, es gab ein großes Fressfestival und wir waren mit unseren großen und viel zu schweren Rucksäcken etwas verloren, aber an die Aussicht erinnere ich mich noch 🙂 viel Freude an den wunderhübschen Fjorden! Ich hoffe ihr werdet euch Trondheim irgendwann ansehen, schöner kleiner See ganz in der Nähe, zu dem eine wundervolle alte Bummelbahn fährt/gefahren ist und eine sehr schöne große Kathedrale.
    Liebste Grüße aus den Pyrenäen, vor mir in ein paar Kilometern Spanien und 500km Fußweg durch Frankreich hinter mir…und immer einen vor der anderen Fuß.
    Lasst euch gut gehen!

    1. Hey Lisa, vielen lieben Dank für deinen Kommentar 🙂 Sind leider schon wieder zurück aus Norwegen, aber übermorgen gehts los nach Indonesien! 500 Kilometer, du bist ja verrückt! 😉 Alles Gute dir auf deinem Weg!!

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