Chile – Concón

Zahlen, Daten, Fakten

Anreise:

Von Valparaíso aus mit den Buslinien 602, 605 und 608. Die Busse fahren entlang der Hauptstraße, die parallel zum Meer verläuft. Man wartet etwas weiter östlich vom Hafen und winkt dann einen Bus mit der passenden Nummer heraus.

Wo schlafen wir:

AirBnB: https://abnb.me/10B451wliL tolle Lage! Verhältnismäßig günstig, Kühlschrank und Mikrowelle vorhanden.

Was erleben wir:

Strandfeeling, Surfen für Anfänger

Reisebericht

„Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass ein so klappriger Bus noch so schnell fahren kann“ denke ich, als wir von Valparaiso nach Concón fahren. Die Fahrt dauert gerade mal eine Stunde, per GPS verfolgen wir die Route, damit wir bei dem Tempo nicht verpassen auszusteigen. Als wir in Concón ankommen kommt mir das Städtchen nach dem quirligen Valparaiso zunächst etwas verschlafen vor. Die Straßen an diesem Nachmittag sind ruhig – und versinken im Sand (oder bestehen aus Sand…?) Ausser ein paar Straßenhunden treffen wir kaum auf jemanden. Dafür gleicht die Bedienung im Brasilianischen Restaurant Girafinha die Ruhe der Stadt mit ihrem feurigen Temprament aus. Trotz meinen geringen Spanischkentnissen verstehen wir uns wie alte Freundinnen!
Den Abend verbringen wir am Strand, auch wenn das kühle Wetter nicht gerade zum klassischen Strandfeeling passt. Instinktiv fühle mich an die Nordsee im Frühjahr zurückversetzt. Kühle Salzluft umweht uns, als wir (zwangsläufig in Fleecejacke) ein Tangokonzert am Strand genießen. In der Ferne leuchtet die Skyline von Renaca, der eher gehobenen Nachbarstadt. Zu diesem Flair passt eigentlich nur ein Weisswein, das Trinken von Alkohol auf der Strasse ist in Chile allerdings verboten. Zum Wetter passt der heisse Tee, den wir jetzt trinken, dafür umso besser!


Der nächste Tag beginnt ebenfalls kühl, Harry lässt sich dennoch nicht vom Surfen abhalten. Der Strandabschnitt an der Playa Negra eignet sich perfekt für Surf-Anfänger wie uns, mich schreckt das kalte Atlantikwasser jedoch trotz theoretisch verfügbaren Neoprenanzug zu sehr ab 😉
Nach zwei Stunden winken wir den nächstbesten Bus heran und fahren zum Abschluss des Tages noch schnell zum Rocá Océanica. Riesige Aloevera wachsen auf der sandigen Aussichtsplattform und wir lassen unseren Blick über das ruhige Meer schweifen. Es fühlt sich wie ein Miniaturmarsch durch die Wüste an, als wir auf die Sanddüne neben der Aussichtsplattform kraxeln. Als wir oben ankommen sehen wir in der Ferne die Hochhäuser, unter uns die Stadt und vor uns ein paar Jungs mit Surfboard, das zum Sandboard umfunktioniert wird. Klar, dass sich Harry diese Gelegenheit nicht entgehen lässt ein Board auf ungewohntem Untergrund auszuprobieren!

Blick von der Aussichtsplattform aufs Meer
Sandige Rutschbahn für Kids
Miniatur-Wüste
Sandboarder

Chile – Valparaíso

Zahlen, Daten, Fakten

Anreise:

Von Santiago de Chile, Stadtteil Bellavista: Mit der Metrolinie 1 von der Haltestelle „Baquedano“ nach „Pajaritos“. Hier ist das Busterminal nach Valparaíso. Es gibt mehrere Anbieter, die nach Valparaíso fahren. Auf den Infotafeln in den Schaufenstern der Anbieter steht, welche die Fahrt anbieten.

Wo schlafen wir:

AirBNB bei Nicole: https://abnb.me/8PyVTB96hL 

Was erleben wir:

Streetart bei „Tour 4 Tips“ –> https://tours4tips.com/valparaiso/

Reisebericht

„DA wohnt ihr?!“ Ein Kolumbianer, bei dem wir mittags an seinem Straßenstand auf dem Platz Sotomayor einen Kaffe genießen schaut uns erschrocken an. „Ja, aber ganz unten am Hügel“ ist unsere Antwort, da wir schon wissen worauf er hinauswill. „Ah, zum Glück, ja dort gehts noch“ meint er erleichtert. Angeblich ist nur das Stadtzentrum von Valparaíso sicher, die Gegenden auf den Hügeln sollen insgesamt eher unsicher sein. Die Menschen an den Kassen der kleinen Kioske sind hinter Panzerglas geschützt, Ladenfenster werden abends dreimal abgeschlossen. Als wir bei verschiedenen Leuten nachfragen ob es hier wirklich so gefährlich ist lautet der O-Ton „ihr müsst halt auf eure Taschen aufpassen“. Wenn das alles ist…
Wir verbringen den ersten Tag mit einer Hafenrundfahrt, Churros („Wir kann etwas, dass nur aus Fett und Zucker besteht nur so lecker sein?!“) und einem weiteren Kaffee beim Kolumbianer. Valparaíso ist für seine exzelente Streetart bekannt. Und wirklich, sogar auf dem vorbeifahrenden Müllauto ist ein Gemälde – leider zu schnell für mich und meine Kamera.

frisch gebackene Churros, eine süße Leckerei in Valparaíso
Hafenrundfahrt
entspannte Seehunde auf einer Boje
Ornament-Eule

Am nächsten Tag machen machen wir eine „Tour 4 Tips“. Für diese Tour gibt es keinen festen Preis, jeder gibt dem Guide am Ende so viel, wir er oder sie für richtig hält. In fließendem Englisch werden wir von unserem Guide quer durch Vaplaraiso, von deren Bewohnern liebevoll Valpo genannt, geführt. Auf die Hügel führen mehrere Schrägaufzüge, die den Bewohnern die anstrengenden Wege auf die Hügelgegenden erleichtern. Mit einer dieser Aufzüge fahren wir auf den Cerro Allegre. Wir fühlen uns wie große Kinder, als wir hier eine Rutsche runterrutschen können. Bewaffnet mit Regenschirm oder Kaffeebecher in den Händen rutscht so nach und nach jeder aus der Tour auf das untere Plateau. Rutschen scheint ein beliebter Sport in Valparaíso zu sein, denn später kommen wir noch an einem glatt polierten, steilen Weg vorbei, an dem früher das schmutzige Waschwasser abfloss. Heute wird dieser von uns Touristen als Rutschbahn genutzt 🙂

Aufzug auf den Cerro Allegre
Rutsche auf dem Cerro Allegre
Die Piano-Treppe, ein beliebtes Fotomotiv
Elektrische Stadtbusse, wirken auf uns wie fahrende Museen
Expressive Streetart

Bunte Pappbecher hängen quer über die Straße und setzen dem ohnehin schon zauberhaften Flair der Stadt noch das Sahnehäubchen auf. Am Schluss glühen unsere Füße und unsere Kamera, Valparaíso bietet unglaublich viel schöne StreetArt und Fotomotive, die es wert sind fotografiert zu werden.
Am Ende der Tour bekommen wir noch ein kleines Glas mit einem typischen alkoholischen Getränk aus Valparaíso, „damit das Trinkgeld größer ausfällt“. Eigentlich wären wir nach diesem Nachmittag schon um 7 reif fürs Bett, wir schaffen es trotzdem immerhin noch in eine Bar, um eine weitere Spezialität auszuprobieren: Limon con Cerveza. Was erwartet der Schwabe: Eine Art Radler. Bekommen haben wir ein Bier mit Zitronensaft und dekorativem Salzrand am Mundende. Na dann Prost…

 

Südamerika. Ein Zwischenbericht

¿Hablas español?

Spracherfahrungen in Südamerika

Wer nach Südamerika geht muss sich auf eines gefasst machen: Mit der „Weltsprache Englisch“ kommt man hier wirklich nicht weit!

Wir begannen unsere Reise in Santiago de Chile. Man könnte meinen in der chilenischen Hauptstadt sei Englisch noch verbreitet, doch weit gefehlt. Unser Hostel ist eine kleine englische Insel. Sobald wir auch nur zum Kiosk nebenan gehen um uns eine Wasserflasche zu kaufen werden wir schon bei einem “Hello” schief angesehen. Zum Glück haben wir beide schon ein Jahr Spanisch gelernt. Wir sind auf einem Level in dem wir die besagte Wasserflasche bestellen können, manchmal verstehen wir sogar den Preis ohne dass uns der Verkäufer diesen aufschreiben muss. Doch sobald wir ins Gespräch mit den Einwohnern von Santiago kommen wird es schwierig. Nach den üblichen Standards wie „Wie heißt du?“ und „Wo kommst du her“ ist unser Wortschatz nach kurzer Zeit erschöpft. Erschwerend kommt hinzu, dass die Chilen wahnsinnig schnell sprechen. Immerhin das ist nicht nur unser Empfinden, denn die Chilenen sagen das auch von sich selbst. Auf unsere Bitte hin, langsamer zu sprechen, werden wir oft verwundert angesehen. Anschließend prasseln die Worte nicht mehr wie ein Wasserfall, sondern nur noch wie ein starker Regenguss auf uns nieder. Vielleicht sind die Chilenen so sehr an ihr Sprachtempo gewöhnt, dass ihnen das langsam sprechen so schwer fällt wie dem Schwaben das Hochdeutsch.

Die Tatsache, dass der halbe Kontinent (!) Spanisch (und die andere Hälfte Portugiesisch) spricht ist vermutlich der Grund, warum hier im Allgemeinen kaum Englisch gelernt wird. Damit wir nicht gänzlich abgehängt werden entschließen wir uns in Argentinien dazu, einen Sprachkurs zu machen. Mir geht es vor allem um eines: Mich mit den Südamerikanern besser verständigen zu können. Denn trotz aller Sprachbarrieren sind die Leute hier vor allem eines: Wahnsinnig nett und herzlich!

Für Spanisch-Begeisterte und solche die es werden wollen: Wir waren in der Sprachschule SP Spanish Courses (spanishcourses.com.ar) in Mendoza. Die Leiterin Cristina spricht neben Spanisch auch Deutsch und Englisch. Unterrichtet wird in der Regel einsprachig in Spanisch, die Lehrerinnen sprechen jedoch alle auch Englisch, falls man etwas nicht versteht. 4 Stunden Spanisch sind taff, vor allem weil die Gruppen sehr klein sind (wir waren zu viert). Kurz mal träumen und die Gedanken schweifen lassen ist nicht drin 🙂
Der Preis für eine Woche Unterricht liegt bei 210 US-Dollar. Nachmittags gibt es gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel eine Wanderung durch die Vor-Anden bis hin zu einem einstündigen Vortrag über die Region Mendoza (natürlich auf Spanisch!).

Apps zum Spanisch lernen: Viele schwören auf Duolingo, was mir persönlich überhaupt nicht zusagt. Praktisch finde ich die kostenlosen Apps „Learn Spanish“ von Ufo Studio und Loecsen. Hier können die wichtigesten Phrasen der Sprache angehört und geübt werden. In Loecsen sind übrigends nicht nur Spanisch, sondern auch andere Sprachen verfügbar!

Chile – Santiago de Chile

Zahlen, Daten, Fakten

Wo schlafen wir:

Unsere Unterkunft in Santiago de Chile heißt „La Chimba“. Mit 40 € für das Doppelzimmer zwar nicht gerade günstig, allerdings zentral gelegen und mit schönem Flair. Kostenloses Asado (BBQ) einmal die Woche im Hostel. Das Hostel befindet sich im Stadtviertel Bellavista, welches mit Bars, Restaurants und Nightlive-Optionen bestens ausgestattet ist.

Anreise:

Vom Flughafen aus kommt man mit dem Bus „Aeropuerto“ zur Metrostation „Los Heroes“ und von dort aus weiter bis zur Metrostation “Baquedano“. Anschließend ist es nur noch ein kleiner Fußweg bis zum Hostel.

Was erleben wir:

Der Cerro San Cristóbal ist der größte Hügel in der Stadt auf den auch eine Seilbahn hinaufführt zzz. Der Cerro de Santa Lucia ist ein Hügel mit einer kleinen Burg.

Reisebericht

Santiago de Chile empfängt mich mit warmen Armen. Nach den kalten Wintertagen in Deutschland sind 25 Grad eine willkommene Abwechslung. Ich werfe meinen Rucksack in das Hostel La Chimba und wir ziehen los in die Innenstadt. Harry wird zu meinem heutigen Reiseführer, da er schon ein paar Tage länger hier ist. Den Aussichtshügel „Cerro de San Cristóbal“ hat er schon erkundet, daher laufen wir heute in Richtung „Cerro de Santa Lucia“, ebenfalls ein Hügel, der eine schöne Aussicht auf die Hauptstadt verspricht.

Der Weg dauert länger als gedacht. Ständig muss ich anhalten um die vielfältige Straßenkunst der Stadt zu fotografieren. Kreative Gemälde zieren die Wände von Bäckereien, Hostels oder Wohnungen, sogar die Außenfläche einer LKW Plane wird zum Kunstobjekt. Ganz abgesehen von der Farbenpracht haben die Zeichnungen einen positiven Nebeneffekt: Jemand, der sich mit der Orientierung in einer neuen Stadt schwer tut, gerne mal die Nord-Süd Richtung vertauscht oder sich ständig verläuft (ich) fällt es hier sehr leicht, den richtigen Weg zu finden.

Bilder…
… an allen Wänden!
Pinguine auf dem Boden 🙂

Im Gegensatz zu den voll bemalten Wänden stehen die ausgestorbenen Straßen an diesem Sonntag Nachmittag. Die Menschen sammeln sich jedoch an zentralen Plätzen wie zum Beispiel dem Cerro Santa Lucia, den wir mittlerweile erreicht haben. In alle Himmelsrichtungen haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und das Andenpanorama.

Ausblick vom Cerro de Santa Lucia

Im herrlichen Sonnenschein genießen wir das Flair der Stadt. Künstler zeigen während der Rotphase von Ampeln ihr Können, wir sehen Jongleure mit Keulen und Diabolo und auch eine Gruppe Breakdancer. An den Straßenecken essen wir chilenische Klassiker: Einen „Italien Hot Dog“, der durch das Grün von Avocadocreme die Farben der italienischen Flagge darstellt und Empanadas, gefüllte Teigtaschen. Unsere gute Stimmung bekommt einen kurzen Dämpfer als wir beim Fotografieren eines Marktplatzes von einer Frau angesprochen werden. Sie winkt uns wir sollen schnell die Kamera wieder einpacken, denn die Gegend hier sei nicht sicher. Merkwürdig, denn ich habe mich die ganze Zeit sehr sicher gefühlt.

Abends genießen wir das Flair unseres Hostels la Chimba. Hier wirkt alles so, wie man sich einen südamerikanischen Salon der 20er Jahre vorstellt. Dunkle Möbel werden von gemütlichem Licht warm angestrahlt und Bilder zieren stilvoll die Wände. Im Billiardzimmer stellen wir unseren mobilen Lautsprecher auf. Jazzmusik erklingt leise während unserer Billiard-Runde.

Malaysia – Cameron Highlands (Tag 102 – 105)

Teeplantagen und Mossy Forest

Zahlen, Daten, Fakten

Anreise:

Mit einem Reisebus (unser Bus war besser als so mancher deutscher Bus) aus Kuala Lumpur nach Tanah Rata.

Was erleben:

Die Cameron Highlands sind ein wahres Paradies für Naturliebhaber! Wandern auf eigene Faust und Tour mit den Eco Camerons in den Mossy Forest (in diesen kommt man ohne Guide nicht rein).
Warme Kleidung nicht vergessen.

Reisebericht

Weiter nördlich von Kuala Lumpur liegen die Cameron Highlands, unser nächster Stopp. Als wir mit dem Bus aus Kuala Lumpur ankommen ist es frisch, nachts wache ich aufgrund der Kälte mehrmals auf. Zum Glück bekommen wir auf Nachfrage hin noch eine zusätzliche Decke für die nächste Nacht. In Open Street Map sind Wanderwege eingezeichnet, die als durchnummerierte „Trails“ angezeigt werden. Man kann also problemlos auf eigene Faust loswandern, allerdings sollte man sich davor bei einem der Touranbieter informieren, welche der Trails aktuell begehbar sind (Stichwort Regenzeit, schlammig, Erdrutsch). Wir starten mit dem „Trail 10“ und werden nicht enttäuscht. An einigen Stellen schlängeln wir uns durch große Steine hindurch, der Weg ist teilweise zugewuchert oder geht steil nach oben, über „Wurzeltreppen“ geht es nach oben. Trotz der Nationalfeiertage hier in Malaysia haben wir den Weg fast für uns.

Am nächsten Tag machen wir eine Tour mit den „Eco-Camerons“ zu den Teeplantagen, ein Must-see hier in den Camerons. Vor uns erstreckt sich kräftiges, dichtes Grün so weit das Auge reicht, ein herrlicher Anblick! Auf den ersten Blick hätte ich allerdings die Teepflanze nicht von einer durchschnittlichen Vorgartenhecke unterscheiden können 🙂
Unser Guide ist großartig! Mit unglaublichen Enthusiasmus erzählt er uns vom Teeanbau in Malaysia. Hier wird, im Gegensatz zu Indien, der Tee nicht mit der Hand sondern mit Maschinen geerntet. Für die Tee-Experten: Dadurch kann der Tee nicht mehr in schwarzen, grünen und weißen Tee unterschieden werden; den Malaysiern ist das aber laut unserem Guide egal 🙂 Der in Malaysia angebaute Tee wird nämlich auch nur im eigenen Land verkauft.

Ausblick auf die Teeplantagen in den Cameron Highlands
Teeverkostung

Nach der Besichtigung – und natürlich auch Verkostung – machen wir eine Wanderung in den „Mossy Forest“. Ein Mooswald? Ich hatte nicht zu viel erwartet, schließlich wächst in deutschen Wäldern auch genug davon. Aber der Wald hier ist ganz anders als erwartet. Das Moos wächst wirklich überall, stellenweise so dick und tief, dass man beim Darüberlaufen das Gefühl hat über Kompost oder über eine Hüpfburg zu laufen. Wir kriechen durchs Unterholz, klettern über Baumstämme und schieben Vorhänge aus Moos beiseite. Dieser Wald hat etwas magisches. Würde an der nächsten Ecke die Fee Tinkerbell, Peter Pans Freundin, vorbeiflattern oder der Hase aus Alice im Wunderland hinter einem Baumstamm hervorblicken – es würde mich nicht wundern!

Unterschiedlichste Moos-Strukturen
Wir klettern und kriechen durch den Mossy Forest
Moos vom Erdboden bis in die Baumwipfel

Weil wir uns mit unserem Guide und dem Rest der Gruppe so gut verstehen entschließen wir uns spontan dazu, noch eine Nachnittagstour zu machen. Diesmal steht eine Wanderung mit Pflanzenkunde auf dem Programm. Interessant, aber auch anstrengend, nachdem wir schon den ganzen Vormittag unterwegs sind, zumal unser Guide das Lauftempo ganz schön angezogen hat. So fertig wir abends auch sind, am nächsten Tag geht es wieder frisch los. Wir beginnen mit Trail Nummer 9 zum Wasserfall und wechseln dann auf Trail 8, da niemand sicher wusste, ob Trail Nummer 9 bis zum Ende begehbar ist. Wir sind Stunden unterwegs, trotzdem laufen uns in dieser Zeit gerade mal drei Leute über den Weg. Und das, obwohl unsere Unterkunft und ein Großteil des Städtchens Tanah Rata ausgebucht ist. Wo sind die alle?!

Pflanzenkunde

2. Etappe: Malaysia – Kuala Lumpur (Tag 98 – 101)

First stop in Malaysia: Kuala Lumpur

Futurismus meets Tradition

In Kuala Lumpur sind wir mit der Purple Line, einer der kostenlosen Buslinien im Stadtkern und den Bahnlinien (Rapid KL) unterwegs. Wohin?

1. Little India
Der Duft von Räucherstäbchen liegt in der Luft und vermischt sich dort mit dem Geruch von süßlich-würzigem Essen. Bollywood-Lieder tönen aus verschiedenen Lautsprecherboxen. An den Eingängen zu diversen Shops hängen Blumenketten, in den Schaufenstern liegt opulenter Schmuck aus, Frauen laufen mit bunten Saris durch die Straßen – Welcome to Little India!
Little India (Brickfields) besteht aus einer einzigen Straße in Kuala Lumpur, links und rechts daneben bestimmen Hochhäuser und Shopping Malls das Stadtbild. Durch die unkomplizierte Anreise mir der Bahn (Station KL Sentral) und weil es so herrlich anders ist als das übrige Stadtbild lohnt es sich aber auf jeden Fall. Ein Besuch in einem indischen Restaurant in Kombination mit einem der leckeren Mango-Lassis ist Pflicht!

(Nicht nur) für Vegetarier ein Paradies: Die Vielfalt der indischen Küche

Mangolassi aus der Tüte (wenn man „To Go“ bestellt…)

2. Chinatown
Das Herz von Chinatown besteht im Grunde aus zwei Einkaufsstraßen. In den beiden engen Gassen werden Kleidung, Rucksäcke, Uhren und allerlei anderes verkauft, „echte Marken zu günstigen Preisen“ versteht sich 😉 Wer handeln kann ist im Vorteil, wer es nicht kann muss es hier lernen, denn sonst bezahlt man viel zu viel. 
Unsere Unterkunft, das Minglè Hostel, ist übrigens auch hier in Chinatown, nicht zu teuer und zentral gelegen.

Industrial Look vom Minglè Hostel

Lampions über den Straßen Chinatowns

3. Heli Bar
Die Skylounge ist zwar „nur“ 34 Stockwerke hoch, bietet aber dank etwas weniger Hochhäuser im direkten Umfeld einen super „Open Air“ Ausblick auf die Stadt bei Nacht, das Wahrzeichen der Stadt die Petronas Towers und das Farbenspiel des KL Towers. Am besten ist man aber gleich zur Abenddämmerung da. Die Cocktails hier sind zwar nicht gerade umwerfend, aber deswegen kommt man ja auch nicht hier her 😉

Aussicht von der Heli Bar

4. Das Nationalmuseum
Hier sind Ausstellungsstücke von der Steinzeit über die Zeit des Kolonialismus bis hin zur Neuzeit zu finden. Sehr informativ und mit einem Euro Eintritt schont es zudem den Geldbeutel von Langzeit-Touristen.

5. Islamic Art Museum
Der „etwas andere Blick“ auf den Islam, denn hier geht es um die Kunst, welche in dieser Religion entstand. Manadalaartige Glaskuppeln zieren die Decken im Gebäude, die Schaukästen zeigen zum Beispiel Nachbildungen von architektonisch unterschiedlichen Moscheen, fein gewebte Teppiche, Artefakte und kunstvoll gestaltete Bücher (nicht nur den Koran, sondern auch wissenschaftliche Werke).

Deckenkuppel im Islamic Art Museum

Nachbildung vom Taj Mahal

6. Sri Maha Mariamman Tempel
Der hinduistische Tempel ist in Fußnähe vom Minglè Hostel. Es ist ein schmales, aber buntes und reich verziertes Gebäude. Vor dem Betreten werden die Schuhe ausgezogen. Der Hindu-Priester trägt nur ein Tuch um die Hüfte, er segnet Menschen in Business-Anzügen, die in der Mittagspause kurz zum beten vorbeikommen und auch uns, wir bekommen einen roten Farbpulver-Punkt auf die Stirn aufgedrückt 🙂

Sri Maha Mariamman Tempel

Nach der Hindu-Segnung im Tempel

7. Masjid Jamek
In der Nationalmoschee herrscht ein strikter Dresscode: Als Frau müssen Beine und Arme komplett bedeckt sein, außerdem braucht man ein Kopftuch. Ich hatte mich schon „passend“ abgezogen, aber an der Moschee können auch Umhänge geliehen werden. Der Gebetsraum darf von Nicht-Muslimen nicht betreten werden, aber der Raum ist zu vielen Seiten offen und man erhält so trotzdem einen guten Eindruck.

Gebetsraum der Nationalmoschee

8. Der KL Tower
Wer keine Höhenangst hat kann mit dem Aufzug auf das Observation Deck und die Stadt durch einen Glasboden hindurch anschauen. Für alle anderen gibt es darunter auch ein Stockwerk mit undurchsichtigem Untergrund, dafür mit Fenstern rundherum und Ferngläsern, mit denen man gestochen scharf in die Hotelzimmer der Hochhäuser blicken kann (privatsphären-rechtlich vielleicht etwas fragwürdig).

Aussicht vom KL Tower bei Tag…

… und bei Nacht

Und sonst?
– Malls in denen man sich verlaufen kann
– viel leckeres Essen überall

Orchideen-Garten im botanischen Garten

Wasserspiel am Independence Square
Beten mit Räucherstäbchen in einem der chinesischen Tempel
Rock’n’Roll Restaurant in der Nähe der Lot 10 Mall
-> sogar mit stilechten Eiswürfeln
Expo: Interaktive Messe über die Zukunft Malaysias

2. Etappe: Indonesien – Yogyakarta (Tag 93 – 96)

Borobodur und Prambanan

Wer ist hier das Fotomotiv?!

Wie wohl alle Touristen in Yogyakarta sind wir in erster Linie wegen den beiden Tempeln Borobodur und Prambanan hier. Wir starten mit dem hinduistischen Tempel Prambanan, der aus unerfindlichen Gründen weniger bekannt ist als sein „Nachbar“ Borobodur. Der Prambanan ist nicht weit von außerhalb von Jogja, dadurch können wir bequem mit dem Roller hinfahren. 

Der Tempel ist allein aus der Ferne wahnsinnig beeindruckend! Er erhebt sich aus einer ebenen, weiten Grünfläche, wodurch er noch imposanter wirkt.

Prambanan

Als wir auf ihn zulaufen werden wir von einer Gruppe kichernder Teenies aufgehalten, die Fotos mit uns machen wollen. Das kennen wir ja schon von anderen Teilen aus Indonesien („Hello Mister!“), und so stehen wir gerne bereit. Kaum zwei Schritte weiter kommt die nächste Gruppe und fragt nach einem Foto. Alle paar Schritte wiederholt sich das Szenario. Irgendwann schiebt sich ein Erwachsener während des Bildes frech vor die Teenies und posiert mit uns, die Teenies lachen. „Ich bin der Lehrer“, erklärt er uns grinsend. „Heute ist eine Ausflugsfahrt an unserer Schule. Wir sind mit 12 Bussen hier!“
„Oh nein“, denke ich.

Irgendwie schaffen wir es dann doch vor zum Tempel. Die feine Steinmetz-Arbeit in den Mauern gefällt mir besonders. Es gibt entsprechend den drei Hauptgöttern im Hinduismus drei Tempel, die auch von Innen besichtigt werden können. Die Tempel für Brahma den Schöpfer und Vishnu der Bewahrer sind kleiner als der Tempel für Shiva, den Gott der Zerstörung – klar, schließlich muss man diesen Gott besonders froh stimmen um keine Strafe zu erhalten! Innen sind die Tempel oft leer, die Außenmauern sind nach diversen Erdbeben (letztes 2006) weitestgehend wieder aufgebaut.

Im Vergleich zum Tempel bin ich ein kleiner Punkt
Feine Steinmetz-Arbeit an den Mauern

In Fußnähe liegen noch weitere kleinere und ein größerer buddhistischer Tempel. Diese scheinen fast unbekannt zu sein, bei dem buddhistischen Sewu Tempel sind wir sogar alleine! Auf dem Rückweg treffen wir noch einen Guide, von der wir erfahren, dass beim Bau der jeweiligen Tempel Hinduisten und Buddhisten gleichermaßen beteiligt waren und sich gegenseitig beim Bau halfen. Schön ♡

Wächter am Sewu Tempel

Es regnet, der Borobodur muss warten. Wir gehen ins 3D Trick Art Museum. In der Künstlerstadt Jogja haben wir ein Kunstmuseum mit optischen Täuschungen erwartet. Erhalten haben wir das:

Anni in Jogja alias „Alice im Wunderland“

Bilder auf dem Boden, die Fotografieren optische Täuschungen ergeben. Naja. Nett…

Abends feiern wir mit Aldy (dem Besitzer des Luwabica Art’n Coffee House) und mit anderen Gästen seines Hauses Harrys Geburtstag. Zum Abendessen gibt es Western-indonesische Küche: Spaghetti – mit Stäbchen 🙂 Später gehen wir in einen Club. Auf der Bühne stehen ein paar Tänzerinnen mit Kleidung im Unterwäsche-Format. „Joah“, würde ich in Deutschland denken. „Was passiert hier??!!“, denke ich in einem muslimisch-geprägten Land, in dem mir tagsüber die Frauen mit Kopftuch begegnen. Offensichtlich macht die Religion nachts in Clubs Pause.

Der letzte Tag in Yogyakarta, vergeblich hatten wir auf eine Regenpause für die Besichtigung des Borobodur gehofft. So ziehen wir notgedrungen mit Regencapes zum Sunrise Point los, allerdings sieht man vom Sonnenaufgang (wie erwartet) bei diesem Wetter nichts. Der buddhistische Weltkulturerbe-Tempel verliert natürlich auch bei Regen nicht seine Schönheit. Unser Guide erklärt uns die „Ebenen des Diesseits und des Jenseits“, die im Tempel dargestellt werden, Buddha’s Gesten und die für den Buddhismus charakteristischen Stupa-Skulpturen.

Stupa Skulpturen mit Buddhas darin

Und was gibt’s sonst noch in Yogya? 

Fancy Autos am Alun Alun Selatan Platz

Traditioneller Markt in Yogyakarta

Echsen auf dem Vogelmarkt
Traditionelles Schattenpuppen-Theater

2. Etappe: Indonesien – Yogyakarta (Tag 91 – 92)

Künstlerstadt Jogja

Das Ende der Reiskriese

In Indonesien heißt „Unser täglich Brot“ – „Unser täglicher Reis“. Zu wirklich jedem Gericht wird er dazu gereicht, manchmal besteht sogar das Frühstück schon aus gebratenem Reis. Es ist erstaunlich, wie lange man sich davon ernähren kann, ohne es im wahrsten Sinne des Wortes satt zu haben. Ich habe allerdings mittlerweile ganau diesen Punkt erreicht.

Als wir Bunaken verlassen, haben wir ein paar Stunden „Zwangspause“ vor unserem Flug nach Yogyakarta. In dieser Zeit futtern wir uns einmal quer durch die westliche Küche, ich betrete sämtliche Fast-Food-Ketten, um die ich zu Hause einen großen Bogen mache. Mc Donalds kommt mir plötzlich vor wie ein Gourmetpalast, Dunkin Donuts ist eine Oase in der Wüste. Als ich das Flugzeug betrete ist mir schlecht. Hoffentlich ist die Reiskriese bald überstanden.

Mobile Straßenküchen, wie sie überall in Indonesien anzutreffen sind
Kleine Stücke Heimat

Abends kommen wir in Jogja, wie Yogyakarta liebevoll von seinen Bewohnern genannt wird, an. Unsere Unterkunft hier ist das Luwabica Art’n Coffee House, welches wir zuvor bei folgendem Dialog gebucht hatten:

Harry: Die Unterkunft hier sieht cool aus, die Bewertungen sind auch gut. Was hältst du davon? Ich: Buchen. Harry: Willst du dir nicht wenigstens die Bilder ansehen? Ich: Da steht das Wort „Kaffee“ im Titel, das kann gar nicht schlecht sein!
Und so ist es: Das Luwabica Art’n Coffee House ähnelt einer Studenten WG, ich fühle mich hier sofort zu Hause. An den Wände hängen kreative, selbstgemalte Bilder des Besitzers, überall ist Star Wars Deko verteilt – sogar die Hauskatze heißt Yoda. Ah, und leckeren Kaffee aus allen Anbauregionen Indonesiens gibt’s hier natürlich auch 🙂

Luwabica Art’n Coffee House in Yogyakarta

Am nächsten Tag besichtigen wir den Wassertempel. Unser Guide ist ein Tourismus-Student, der uns mit viel Humor den Aufbau des Tempels erklärt. Der Tempel und die Kunst an den umliegenden Gebäuden sind sehr schön, ein Guide ist absolut notwendig, da nirgendwo Infotafeln hängen und man sonst von der Geschichte des Tempels überhaupt nichts mitbekäme.

Streetart in Yogyakarta
Wassertempel
Batik – nicht nur eine Modeerscheinung der Hippiezeit, sondern auch die traditionelle Wachs-Färbekunst aus Yogyakarta.

Abends sind wir auf einem Rummelplatz. Harry und ich sitzen in einem kleinen Riesenrad, das von einem laut knatternden Dieselmotor angetrieben wird. In Deutschland würde niemand hierfür aus dem Haus gehen, aber hier quietschen alle vor Vergnügen und auch wir haben großen Spaß dabei! In einer anderen Ecke des Rummelplatzes angeln Kinder Plastikfische und auch echte Fische (!) mit einem Kescher aus einem Planschbecken. Von zahllosen Straßenküchen steigt der Geruch von Rauch und gebratenem Fleisch auf. Irgendwann steigen wir müde in eine der Fahrrad-Rikschas und lassen uns nach Hause fahren.

Am nächsten Tag im Restaurant bin ich kurz davor ein Sandwich zu bestellen – und nehme dann doch wieder einen „Fried Rice“. Na bitte, die Reiskriese ist überstanden! 🙂

Rummelplatz
Fahrrad-Rikscha

2. Etappe: Indonesien – Sulawesi (Tag 84 bis 90)

Tangkoko-Nationalpark

Ein Affe kommt selten allein

04:00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Wir sind in Batu Putih am Rande des Tangkoko-Nationalparks und stehen um diese unchristliche Uhrzeit auf, um ein paar Affen zu sehen. Zumindest geht mir das gerade durch den Kopf.
Kurze Zeit später ändere ich meine Meinung. Die kleinen nachtaktiven Tarsius-Äffchen sind einfach wahnsinnig putzig! Die kleinsten Affen der Welt sind kaum größer als eine Maus und haben das Gesicht einer Eule mit riesigen Kulleraugen und Füße wie Geckos. Quiekend springen sie durch die Bäume und in gezielten Sprüngen schnappen sie sich die Heuschrecken weg, die Fiona, unser Guide, auf den Baum gesetzt hat.

Tarsius-Affen im Tangkoko-Nationalpark

Kurz darauf sehen wir Schopfmakaken, eine vom Aussterben bedrohte Affenart. Erst rennen sie scheu vor uns davon, nachdem wir ihnen eine Weile gefolgt sind sind wir irgendwann voll akzeptiert und stehen inmitten der Affenbande. Dank den Adleraugen von unserem Guide sehen wir später noch einen Kuskus (ein Beuteltier, kein Hartweizengrieß) und Eulen in den Baumwipfeln, außerdem eine Zikade, die gerade mal so groß ist wir ein Fingernagel – und so viel Lärm macht dass es uns fast schon in den Ohren dröhnt. Unsere Dschungeltour dauert insgesamt ganze vier Stunden.

Eulentrio

Schopfmakaken im Tangkoko-Nationalpark

Nachdem wir unseren Schlaf nachgeholt haben fahren wir nach Bitung, eine Stadt an der Ostküste Sulawesis. Lembeh ist eine Insel, die fürs Makrotauchen bekannt ist. Je kleiner die Lebewesen, desto höher der Preis – ein Tauchgang kostet knapp 50 Euro. Ohne High-End Makrokamera ist hier keiner unterwegs, denn für einen Großteil der Wassertierchen braucht man fast schon ein Mikroskop. 

Die letzten vier Tage in Sulawesi brechen an, bevor wir nach Jawa weiterfliegen. Die Frage, wo wir diese verbringen wollen ist schnell beantwortet: Auf Bunaken, wo wir noch einmal die Vielfalt der Unterwasserwelt genießen. Noch einmal übernachten wir im Tandjoeng bei den liebevollen Gastgebern Olga und Ope. Mit Bintang (der einzigen Biermarke in Indonesien), Arak (dem selbstgebrannten Schnaps), Schokotorte im Gesicht und den Musikern des Dorfes feiern wir in Lagerfeuer-Athmosphäre bis spät nachts den Geburtstag einer Langzeit-Reisenden.
Die Verabschiedung von Sulawesi, dem kleinen Stückchen Paradies. 

2. Etappe: Indonesien – Sulawesi (Tag 78 bis 83)

Tomohon

Der zurückgelassene Schweinskopf

Sulawesi ist christlich geprägt, daher bereitet man sich hier ab September auf Weihnachten vor: In unserem Hotel werden Weihnachtslieder rauf und runter gespielt, golden glitzernde Plastik-Schneeflocken hängen über dem Empfangstisch, im Eingang steht ein Tannenbaum, ebenfalls aus Plastik, mit einer stroboskop-artig blinkenden Lichterkette. Mal ganz abgesehen davon, dass wir hier Kitsch in seiner Höchstform vorfinden wirkt das alles bei 32 Grad Außentemperatur, sagen wir, etwas paradox…

Wir haben Bunaken verlassen und stehen nun wieder auf dem Festland Sulawesi. Mit einem Roller fahren wir nach Tomohon. Für einen kurzen Moment komme ich meinen Pflichten als Navigator nicht nach und wir verfahren uns in eine Seitenstraße. Ein glücklicher Zufall, denn hier ist gerade ein Wochenmarkt. In Schrittgeschwindigkeit fahren wir durch die enge Straße. Zum Glück haben wir einen stabilen Magen, denn die Geruchswelt bewegt sich zwischen gammligem Gemüse, Fisch, Abwasser und Gerüchen die nicht so ganz identifiziert werden können… Auf einem Marktstand werden gegrillte Hunde am Spieß (ja, wirklich!!) verkauft, ein Händler versucht, Harry einen ganzen Schweinskopf zu verkaufen, obwohl Harry beide Hände am Roller hat. Der Verkäufer guckt etwas enttäuscht als wir dankend ablehnen. Vielleicht hatte er gehofft, dass wir ihm den Schweinskopf abkaufen und diesen als Galleonsfigur auf dem Roller drapieren?!

Nach etwa eineinhalb Stunden kommen wir in Tomohon an. Zunächst besuchen wir den Linow-See, der aufgrund seines Schwefelanteils je nach Lichteinfall der Sonne in unterschiedlichen Farben leuchten soll. Heute ist es allerdings trüb, der See ist daher einfach nur hellgrün.

Einfarbig, aber trotzdem hübsch: Der Linow-See in Tomohon

Unser letztes Ziel an diesem Tag sind die heißen Quellen. Tomohon liegt relativ hoch in den Bergen, daher freuen wir uns schon auf das warme Wasser. In einem Hotel fragen wir nach, wie genau wir zu den Quellen hinkommen. Der Hotelportier wittert seine Chance und versucht, uns ein Bad in einer Badewanne für 15 Euro zu verkaufen. Auf unsere Nachfrage hin, wo denn die natürlichen heißen Quellen sind zeigt er auf eine Pfützenansammlung hinter der Hotelanlage. Das muss anders gehen. Harry und ich fahren weiter, und nach einer dreiviertel Stunde Suchen haben wir gefunden, nach was wir gesucht haben. Ein öffentlicher Pool, der mit gefühlt nahezu kochend-heißem Wasser des aktiven Vulkans gefüllt ist. Herrlich!

Hier ist der Pool!

Wanderung am nächsten Tag im Märchen-Dschungel